Souvenirs aus Bali: Yoga macht glücklich. Shopping auch.

Posted on September 6, 2011 von

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Reiseblog Souvenirs aus Bali

Vier Wochen Bali. Und dann? Eine Frage, die man so nicht bedacht hat. Viel zu beschäftigt war man, den Spirit, der auf der Insel der Götter wie der Duft von Räucherstäbchen permanent in der Luft schwebt, in sich aufzusaugen. Wie ein Schwamm, den man nicht auswringen möchten, damit keiner der Eindrücke verloren geht. Stattdessen versucht man alles irgendwie in den Trolley zu packen, zu konservieren, für harte Zeiten, für die Zeit nach der Vertreibung aus dem Paradies.

Und da derlei Zauberei nur mir höchsten meditativen Kräften gelingt, gibt sich ein Trolleygirl eben der materiellen Welt der Reisesouvenirs hin. Und es wir vielleicht belächelt, weil man es durch das spirituelle Örtchen Ubud stets mit Tüten in der Hand herumlaufen sieht, wo doch der Yogagedanke der ursprüngliche Grund der Reise war. Doch spätestens, wenn die fröhlichen Beats aus den Boxen zur Hot Yoga Session die Ohren betören und uns ein wahrhaft erleuchteter Guru namens Steve Ross mit indischen Weisheiten die Freuden des Lebens lehrt, ist klar: Yoga ist keine ernste Angelegenheit. Yoga macht fröhlich und glücklich und verwehrt sich den schönen Dingen in keinster Weise…

Schönen Dingen begegnet man in Bali an unzähligen Ecken. Kleine Geschäfte, schlicht und doch so besonders. Mit Menschen, die ihre kleinen Souvenirs mit viel Herz verkaufen. Man kauft die Liebe förmlich mit – und das ganz ohne Aufpreis. „Handmade“, „organic“, „natural“ – Attribute, die man an einem Ort, an dem ausgiebige Opfergaben für die Götter den Tagesablauf prägen, zu recht für ungelogen und echt hält. Uns so kam es, dass sich die Souvenirs, Geschenke und Mitbringsel nach vier Wochen allmählich stapelten: Räucherstäbchen, Vanille- und Zimtstangen, Batik-Kleider, mit Perlen bestickte Taschen, Bodyscrubs mit Kokusduft, handgeschöpfte Notizbücher, geschnitzte Holzfische, Gewürzmischungen, ätherische Öle. So liebevoll verpackt, dass selbst die Hülle schon ein Kunstwerk für sich ist.

Die Yogamatte muss zwar aus Platz- und Gewichtsgründen ihr weiteres Dasein in Indonesien fristen (man kann es als Yogamatte wahrlich schlechter treffen), doch erklärte sich die nette Dame am Schalter der Singapore Airlines ohne Widerrede dazu bereit, die Miniaturausgabe eines Tempelschirms im Sperrgepäck unterzubringen. Es bleibt die Versuchung, beim nächsten Bali-Trip – Yoga hin oder her, man ist ja schließlich kein Zen-Buddhist – die XXL-Schirmversion ins Heimatland zu fliegen. Immerhin ist man bescheiden genug, den Sonnenuntergang nicht im Handgepäck zu schmuggeln, sondern dort zu belassen, wo er am schönsten ist.