Magische Momente

Posted on November 24, 2008 von

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Coffs Harbour

Coffs Harbour

Ewig lange weiße Strände, türkisfarbenes Wasser und die tausend verschiedene Grüntöne der Vegetation dahinter an der Küste. So zeigt sich Australien uns in den letzen Tagen von einer seiner besten Seiten. Umgeben von dem ruhigen Örtchen Coffs Harbour kommt man da schon wieder einmal ganz schön ins Grübeln.

Bei einem ausgedehnten Spaziergang, vorbei an für mich völlig unbekannten Sträuchern und Bäumen, vorbei am Hafen und den ruhig daliegenden Booten, bietet sich mir ein umwerfender Blick auf Muttonbird Island (Nature Reserve). Ein riesiger Felsen, grün bewachsen, der ins Meer hinaus ragt. Diese Farbkombination von blau-grünem Wasser und des grün schillernden Felsens haut mich fast um. Oben am Hügel stehend, ganz alleine – nur der iPod und ich – kommt mir alles plötzlich so perfekt vor. Nicht nur der atemberaubende Ausblick aufs Meer und die vorgelagerten kleinen Inselchen, sondern auch das Leben an sich.

 

In genau diesem Moment fällt  mir keine einzige Person ein, die ich nicht mögen könnte und keine Situation, die mich aus der Ruhe bringen könnte. Es ist einfach alles so wie es ist und das ist gut so. In diesem Augenblick hoffe ich, dass ich zumindest einen Teil dieser für mich fast schon unmenschlichen Ruhe und Güte mit in den Alltag zurück nehmen kann. Überhaupt wäre es nicht schön, manche Momente und Lebensphasen einfach abzuspeichern und Stück für Stück an anderen Tagen wieder hervor kramen zu können? Genau das versuche ich hier. Wenn plötzlich nur mehr die schöne Natur rundherum eine Rolle spielt, kann man gar nicht anders als zu verzeihen, Dinge hinter sich zu lassen und im Hier und Jetzt den Gedanken seinen Lauf lassen.

 

„Der Weg ist das Ziel“ bekommt in solchen Momenten eine wahrhaftige Glaubwürdigkeit. Natürlich besteht ein sagenhafter Unterschied zwischen einfach los lassen und genießen zu können was der Tag einem so bringt, zum bekannten Alltag. Es gibt einem aber die Chance, sich selbst zu beobachten und endlich wieder einmal neu kennenzulernen. Und vielleicht bringt man die Kraft auf einige Erkenntnisse nicht gleich wieder zu ignorieren, sondern Teile davon auf das „Ich“ zu projezieren. Was immer dann auch passieren mag. Der Mensch rühmt sich ja immer so damit, sich von anderen Lebewesen dadurch zu unterscheiden, ein genaues Bild von sich selbst zeichnen zu können. Meiner Meinung zeichnet sich die Menscheit aber meistens eher dadurch aus, dass ihre Individuen Bilder von sich zeichnen können, die gar nicht ihrer Natur entsprechen. Selbst- und Fremdbild klaffen wahrscheinlich bei keinem anderen Lebewesen so weit auseinander wie bei uns Menschen.

 

So, jetzt aber genug. Sonst überholt mein Schreibfluss wieder einmal meine Gedankengänge.

 

Angekommen in Byron Bay bietet sich uns jedenfalls ein ebenso spektakuläres Landschaftsbild. Wie oft träumt man davon einfach da zu sitzen, aufs Meer zu blicken und seine Gedanken nieder schreiben zu können. Zumindest diesen Traum lebe ich jetzt gerade in diesem Augenblick. Hier ist es einfach super schön und da bringen mit nicht einmal die Australischen „Maturanten“ („Schoolies“ gennant), die mitten in der Nacht unsere Camper-Türe aufreißen, aus der Ruhe. Gerade spaziert hier übrigens eine rieseige Echse an mir vorbei. Wow, ich werde immer besser darin nicht gleich hysterisch aufzuspringen. Der Mensch ist also doch lernfähig! J s

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