Bis es dunkel wird…

Posted on November 20, 2008 von

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Port Macquarie

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Die Idee mit dem Camping ist ja prinzipiell nicht so schlecht und ich freue mich jedes Mal, wenn wir um ein paar australische Dollar unseren Hippie-Camper auf unserer “powered site” einparken, das Stromkabel anstecken und die Campingstühle ausklappen. Mit diesem konditionierten Verhalten sollten wir zumindest aus der Ferne als versierte Camperinnen durchgehen. Ja, und man ist ja sooo naturverbunden, diese BBQ-Ecken mitten im Grünen, der Beach nur ein paar Schritte entfernt, meist noch ein Flussufer samt Promenade dazu. Einfach nur herrlich…jaaa, bis zu dem Moment, an dem es dunkel wird!

Und das wird es viel zu schnell und wirft unser Timing samt nicht vorhandener Organisation allabendlich über den Haufen. Der ideale Biorhythmus eines Hardcore-Campers lässt sich ungefähr so zusammenfassen: das erste Gähnen ist spätestens mit Einbruch der Dunkelheit zu erwarten, kurz darauf wird die strengste Internatsregel mit “Licht aus, Luken dicht“ mühelos in den Schatten gestellt. Aufgewacht wird dann spätestens zum Morgengrauen, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen aufs Camperdach brennen und im naturumgebenen Schlafgemach klaustrophobische Erstickungsanfälle drohen. Wir aber gehören zu der unerfahrenen Sorte, die abends noch ihre gesamten Besitztümer auf dem Campingtisch ausbreitet, viel zu viele Dinge auf viel zu engem Raum ergebnislos sucht und viel zu spät in den Duschräumen erscheint, um schließlich im Dunkeln mit spinnen- und käferartigem Getier um die Wette zurück zum Camper zu laufen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich Tante Martha vom Nebenwohnwagen schon längst die Lockenwickler reingedreht, man muss ja schließlich am nächsten Tag wieder früh raus. Wir lernen also gerade hautnah die Camper-Regel Nr. 1 zu beachten: Draußen dunkel heißt alle Fenster und Türen zu, es sei denn, man möchte über Nacht gerne einen Zoo aus einer Fülle wirbelloser Tierarten im Campingbus eröffnen. Wir lernen ja ziemlich schnell und waren heute ruck-zuck drin in unserem Bus, alle Türen zu und dann erst das Licht an, so wie sich das gehört. Ok, das Bild, das sich nach unserem gemeinsamen Hechtssprung ins Innere des Campers offenbarte, war wahrlich schauderhaft, denn irgendwo unter Taschen und Tüten, Geschirr, Schlafsäcken, Kabeln und Adaptern, Laptops, Fotoapparaten und Handtüchern war irgendwann einmal so etwas ähnliches wie ein Bett. In solchen Momenten fühlen wir uns ein bisschen wie in einer Raumkapsel zum Mond, nur nicht ganz so schwerelos und bei weitem weniger aufgeräumt. Und wir würden uns ziemlich beschweren über unser abenteuerliches Dasein, würde da am frühen Morgen nicht immer das Paradies auf uns warten, dieses Azurblau, das uns nach dem Öffnen der Schiebetür empfängt, wenn wir dehydriert nach morgendlicher Tauluft schnappen. Das Meer in Griffweite entschuldigt einfach alles. Jea*

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Die Idee mit dem Camping ist ja prinzipiell nicht so schlecht und ich freue mich jedes Mal, wenn wir um ein paar australische Dollar unseren Hippie-Camper auf unserer “powered site” einparken, das Stromkabel anstecken und die Campingstühle ausklappen. Mit diesem konditionierten Verhalten sollten wir zumindest aus der Ferne als versierte Camperinnen durchgehen. Ja, und man ist ja sooo naturverbunden, diese BBQ-Ecken mitten im Grünen, der Beach nur ein paar Schritte entfernt, meist noch ein Flussufer samt Promenade dazu. Einfach nur herrlich…jaaa, bis zu dem Moment, an dem es dunkel wird!

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