Und die Ukulele ist immer dabei

Posted on November 10, 2008 von

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father & son

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Auch auf die Gefahr hin, dass es für den aufmerksamen Leser nichts Neues ist: Meine inspirierendsten Momente habe ich beim Laufen, meine meditativsten Augenblicke beim Surfen! Bei Letztgenanntem genügt allein der Anblick der surfenden Spezies, um meine Gedanken herrlich leicht werden zu lassen. So kann man sich also vorstellen, dass mein Überich, hier im Epizentrum of Surf, nicht viel Gewicht auf die Waage bringt. Mein Honolulu-Weekend habe ich zwar nicht-surfend an mir vorüber schweifen lassen…

…schuld war Nightlife & Co, das mir die Kraft und Konzentration für die perfekte Welle raubte (ja, “Surfen ist harte Arbeit”, wie ein Undercover-Leser unseres Blogs sehr richtig bemerkt hat), doch für eine Laufrunde reichte die verbleibende Energie allemal. Mittlerweile den perfekten Weg gefunden, vom Hotel den Fluss entlang, immer weiter bis das Meer auftaucht, das ich dann meist in der vollen Pracht eines Sonnenuntergangs vorfinde, die Strandpromenade entlang, um danach schweren Herzens in die belebten Straßen zurück zum Hotel abzubiegen. Dazu den willkürlichen Powersound meines iPods im Ohr, der mich motiviert, mein Tempo zu halten. Und bei solch einer im Prinzip ganz unspektakulären Runde, die mich nach einigen Minuten am Flussufer direkt ans Meer führt, sehe ich an diesem Wochenende jede Menge Hawaiianer, die einfach nur dasitzen und andächtig den Sonnenuntergang beobachten als wäre es der erste ihres Lebens und die letzten einheimischen Surfer, die aus dem Wasser steigen, als müssten sie es für immer tun. Passend dazu zeigt mein iPod sonderbares Feingefühl und switcht auf Jason Mraz‘s “Life is wonderful” (ein sehr spezieller Song für einige unter uns J ) und ich nehme im Laufschritt noch ein bisschen mehr an dieser unnachahmlichen Stimmung teil.

Bereits tagsüber faul am Strand liegend, beobachten wir Horden von Insulanern, mit Picknick-Körben und Kühltaschen bewaffnete Familien (eine italienische Großfamilie im Weekend-Feeling ist wahrlich nichts dagegen!!), die die kostbaren Schattenplätze mit Meerblick belagern und akribisch ihr komplettes Lager samt Partyzelt und Grill-Equipment aufbauen. Wer nicht genau weiß, welcher Wochentag ist (und das passiert uns mittlerweile öfters), der weiß es spätestens beim Anblick dieses prächtigen Bildes aus purer Familienidylle: Es kann nur Sonntag sein! Und zum gelebten Surfbrett-Klischée kommt ein weiteres: die Ukulele, die niemals fehlen darf und schon gar nicht am Wochenende im Kreise der Familie. Und ich denke, es war Vater und Sohn, die da heute Nachmittag in einem undurchschaubaren Großfamilienkonstrukt zum traditionellen Instrument gegriffen, die Notenblätter mit der Ketchup-Flasche beschwert und überaus konzentriert gespielt und gesungen haben. Und wer hätte gedacht, dass ich das Ukulele-Lied mit der Mischung aus “Over the Rainbow” und “Wonderful World” (Wie hieß es noch gleich? Vielleicht wieder mal “Papa fragen”? – der geheime Leser unseres Blogs, der uns schon bei “Magnum“-Fragen auf die Sprünge geholfen hat) hier original und live zu hören bekomme, so authentisch und ehrlich, dass man ohne Umschweife Gänsehaut bekommt. Und es war als hätten die beiden aus einem inneren Bedürfnis nur für sich selbst gesungen, was einen vorbeimarschierenden Touristen nicht davon abhielt, nach einem Foto zu fragen. Wenige Minuten später fand sich dieser inmitten einer lustigen Fotosession mit fünf Schwestern wieder, wobei eine davon keck meinte: “for 10 Bucks we’ll also do the Hula-dance”. Die Quintessenz aus diesem Anblick, der sich heute so unaufdringlich von seiner besten Seite zeigte: Egal wie viel ABC-Stores, McDonald’s- und Starbucksfilialen hier noch aus dem Boden schießen und egal wie viele Touris die Insel bevölkern – das verwurzelte Ego der Bewohner scheint völlig unbeeindruckt zu bleiben, stattdessen sind sie sich mit jeder Faser der Schönheit und Einzigartigkeit ihrer Heimat bewusst. Hawaii gehört den Hawaiianern. Kein Zweifel, schon gar nicht an einem Sonntag wie diesem. Jea*

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