Life’s a beach

Posted on November 7, 2008 von

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Wenn man sich stundenlang die Sonne auf den Bauch scheinen lässt – ja, das ist leider die pure Wahrheit, auch wenn das total unfair erscheint, dies so offen gegenüber der arbeitenden Bevölkerung zu erwähnen – kommt man ja auf allerlei komische Gedanken. Während man sonst frühmorgens schon mit den Sorgen anderer beschäftigt war, sind die ersten Sorgen des Tages an sonnenerwärmten Morgen wie diesen, ganz andere oder besser gesagt: es sind gar keine Sorgen (oder bezeichnet man es als Sorge, rechtzeitig aufzuwachen, um das Hotelfrühstück nicht zu verpassen?).

Aber wir können nichts dafür, schließlich befinden wir uns an einem Ort, an dem Einheimische es für vorrangiger betrachten zu surfen als zu arbeiten und „where the greatest worry is sand in your surfwax“, wie es das Motto eines Surfcamps auf Hawaii treffend beschreibt. Und weil man – endlich – einmal Zeit findet, in aller Ruhe ein Buch zu lesen, ins Meer abzutauchen, eine entspannte Runde am Meer entlang zu laufen, an einer einsamen Bucht (tatsächlich gesichtet unweit von Waikiki!) eine inspirative Verschnaufpause einzulegen, später den Starbucks-Kaffee zum Strand zu tragen, um sich zu wundern, warum da rote Weihnachtssterne am Becher sind (ach ja, ist ja schon November, sorry, wieder mal vergessen bei 30 Grad und Palmenstrand), bekommt man fast schon Gewissensbisse, sich richtig gut zu fühlen. Man „sorgt“ sich zwar um die Reiseplanung der nächsten Etappe (Sydney wartet ja quasi schon auf unser Eintreffen) oder um die sonnenverbrannten Stellen auf der Haut oder um die Frage, ob das Reisebudget einen weiteren Cocktail in der schönen 5-Sterne-Hotelbar verträgt, aber that’s it. Noch sorgen wir uns ja nicht einmal, was nach unserer Rückkehr passiert, zu skurril erscheint derzeit der Gedanke, jetzt irgendwo in heimischen Gefielden unser Dasein zu fristen. Abgesehen von all diesen Nicht-Sorgen füllen plötzlich eigenartige Gedanken den Kopf, die sonst vor lauter Alltag gar keinen Platz finden. So tauchte heute zum Sonnenuntergang plötzlich die Frage auf, an welcher Stelle Hawaiis denn all diese herrlich alten „Magnum“-Folgen gedreht wurden? Die TV-Serie aus den heißen 80ern zählt zu meinen absoluten Favorites: Tom Sellek samt vielversprechender Synchronstimme, dieser Schnauzer, das Hawaii-Hemd und diese Art, in viel zu kurzen Shorts in den Ferrari zu springen, ohne die Tür zu öffen und ja, der unnachahmliche Mr. Higgins natürlich. Also doch noch eine Sorge gefunden: Wo in aller Welt hat Sir Magnum residiert? In Honolulu, in Kailua oder war es gar Maui oder Big Island? Bin ich womöglich schon am Drehort vorbeigelaufen ohne es zu ahnen? Ich werde der Sache nachgehen! Und ich will mich jetzt auch gar nicht mehr schlecht fühlen, weil ich mir gerade keine echten Sorgen um die sogenannten „wichtigen Dinge im Leben“ mache. Life’s a beach und damit basta! …und ein weiteres sonnenverbranntes und überaus relaxtes Aloha, Jea*😉