Streng nach Gustavs Willen oder doch lieber spontan?

Posted on Oktober 20, 2008 von

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Der richtige Grad zwischen Planung und Spontanität – den zu finden ist eine Kunst . Wer uns kennt weiß, dass ohne Plan manchmal einfach gar nichts geht. Der ewig vorausschauende Blick, der so oft im Leben überlebensnotwendig ist und so manche Lebensroute in die richtige Richtung lenkt, der aber genauso ein Korsett an Vorgaben und Erwartungen schnüren kann. Gibt es den richtigen Weg zu planen oder nicht zu planen?

Eine Frage, die ich mir schon so oft im Leben gestellt habe und die mich hier weit weg von allem was mir vertraut ist immer wieder in den Kopf kommt und mich ständig begleitet. Auf einer Reise, die einerseits von vielem weg führen soll, was bis jetzt war, die den Horizont noch weiter öffnen soll für etwas, das man vielleicht noch gar nicht kennt und die ein absolutes Pendant zum bisher bekannten strukturierten Alltag darstellt – diese Reise ist aber einfach ohne Voraussicht nicht möglich. Stört dieser mentale Schritt voraus die eigentliche innere Freiheit? Stehen wir uns vielleicht auf eine gewissen Weise ständig selbst im Weg oder brauchen wir den kostbaren Nektar zumindest ein ganz klein wenig in die Zukunft blicken zu können, wenn wir schon sonst so vieles im Leben nicht selbst steuern können? Oder können wir sogar noch viel mehr selbst steuern und geben uns hin und wieder zu lethargisch allem hin ohne selbst das Zepter viel öfter in die Hand zu nehmen?

Solche Fragen schießen mir in den letzten Stunden durch den Kopf. Wir befinden uns hier in einer Umgebung, die einerseits für uns beide so angenehm und entspannt ist, die aber auf der anderen Seite keine philosophische Gedankenfreiheit im engeren Sinne zulässt. In einer absolut entzückenden Umgebung von Beach-Towns, die ihresgleichen auf der Welt erst einmal finden muss findet man zu gleichen Teilen Luxus-Villen, unüberschaubar viele beeindruckende Autos und fast nur entspannte Menschen. Man hat den Eindruck in einer Art Traumwelt gelandet zu sein wo jeder so viel hat wie er braucht. Zugegeben wir haben uns natürlich – vorausschauend wie wir sind🙂 (tja so sind wir halt nun wahrscheinlich einfach mal) – die schönsten Fleckchen ausgesucht und bewegen uns hier ständig zwischen den schönsten Strandhäuschen, Autos und Surfern🙂. Trotz dem ewigen Drang, der uns in diesem Stadium unserer Reise einfach noch nicht loslässt ständig wissen zu müssen wo man als nächstes schläft und was man als nächstes macht, haben wir doch die richtige Brise an Spontantität zugelassen um bis jetzt nie da am Ende des Tages zu landen wo wir es eigentlich vor hatten.

Vielleicht brauchen wir also eigentlich die Sicherheit zu wissen, dass man so vieles im Leben steuern kann, wenn man es unbedingt will, es aber manchmal  noch viel besser kommen kann, wenn man sich von einem einmal eingebogenen Weg auch wieder abbringen lässt. Wann man gerade ausgehen soll und wann man einfach abbiegt – ob diese Frage jemals zu beantworten ist, das weiss wohl keiner.

Oh, einer weiss es zumindest auf 99% aller wirklich existierenden Wege und Straßen in Kalifornien – unser lieber Gustav! Gustav, der gerade am Anfang seines Deutsch-Sprachkurses steht und so manchen Boulevard auf ganz eigenartige Art und Weise auszusprechen weiß. Unser lieber Gustav, der uns in unserem Dodge Caliber im schönen Kalifornien von einem Ort zum anderen führt und manchmal fast zu verzweifeln scheint, da wir (spontan wie wir auch sein können :)) nicht immer ganz so nach seiner Pfeife tanzen. So artet das hier ohnehin sehr stressfreie Fahren (zumindest jetzt nach ein paar Tagen, da wir uns an die 6-spurigen Highways (in eine Richtung wohl bemerkt!) gewöhnt haben, manchmal zu heftigem Gelächter hinterm Steuer aus. Wenn der liebe Gusti, der ja eigentlich so gern Englisch reden würde, aber von uns zum Deutschen gezwungen wird ganz komische Wortfetzchen und Buchstabierversuche von sich giebt. Aber so fair muss man an dieser Stelle sein und dem Navi der Navis auch einmal ein Lob aussprechen. Gustav hat uns trotz Sprachfehler (hier ein dickes Minus für die Programmierer ) immer wieder, ob gezielt oder eher spontan, dahin gebracht wo wir letzen Endes hin wollten.

In diesem Sinne: Vielleicht biegen gleich ein paar von euch von ihrem ganz persönlichen Weg ab und kommen uns irgendwo auf der Welt entgegen! Die Trolleys und wir empfangen euch mit offenen Armen!🙂 Eure heute etwas nachdenkliche Steph

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